Freitag, 16. Oktober 2015

Verstehe ich besser chinesisch, wenn mein Lehrer lauter schreit? Fünf Fragen an Reiter

Viele Reiter möchten perfekt reiten lernen. 
Nur die wenigsten schaffen es, obwohl es nie ein größeres Angebot an Lehrern, Seminaren, Ausbildungsmethoden, Büchern, Videos und schlauen Ratgebern auf Facebook gab.


Manchem kann es helfen, sich folgende Fragen ehrlich zu beantworten:


1.
Warum ändere ich nichts, obwohl sich der von mir eingeschlagene Weg doch längst als nicht erfolgreich herausgestellt hat?

Warum reite ich seit Jahren A Lektionen, obwohl doch S mal mein Ziel war?
Warum habe ich immer noch Angst, obwohl ich doch nun schon so viele Jahre dagegen kämpfe?
Warum ist mein Pferd immer noch stur im Maul, obwohl ich es doch jeden Tag gymnastiziere?
Warum kann ich immer noch nicht perfekt sitzen, obwohl ich doch meine Fehler kenne?


2.
Wenn ich einem Menschen nicht erklären kann, wie Versammlung funktioniert, wie soll mein Pferd mich dann verstehen?


3.
Warum wirke ich mechanisch (Zügel, Schenkel, Sporen, Hilfszügel) auf mein Pferd ein, wenn ich doch mit ihm kommunizieren möchte?


4.
Warum ärgert mich die Faulheit meines Pferdes, wenn ich doch am Zügel zerre, sobald es Lust hat, sich zu bewegen?


5.
Warum verstärke ich meine Einwirkung, wenn das Pferd mich nicht versteht?
Verstehe ich besser chinesisch, wenn mein  Lehrer lauter schreit?







Sonntag, 12. Juli 2015

Über Facebook, Kritik und den vermeintlichen Zwang sich rechtfertigen zu müssen



Bevor es Facebook gab, erreichte mich Kritik an meinen Büchern und Kursen nicht.
Per Email, Telefon oder Post meldeten sich nur die Menschen, die interessiert nachfragten oder mehr Informationen wollten. Wer einfach gar nichts von meinen Veröffentlichungen hielt, meldete sich auch nicht.

Heute lese ich zu Ankündigungen und Angeboten manchmal böse Kommentare, Spot und manche Menschen unterstellen mir, dass ich „nur Geld machen will und auf die Dummen warte“, die darauf reinfallen und andere fragen mich dann, warum ich mich nicht wehre.
Solche Kommentare treffen mich.

Die Inhalte der Bücher zum PHYSIO-RIDING enthalten nicht meine persönlichen, subjektiven Meinungen, sondern Tatsachen. Sie erklären Zusammenhänge im Körper des Pferdes und Reiters so, wie sie stattfinden. Wenn manches davon nicht zu den gängigen Reitlehrern passt, kann ich nichts dafür.

Die Inhalte meiner Abhandlungen über das Tai Chi, Qigong und Reiten entsprechen dagegen meinen persönlichen, subjektiven Erfahrungen, die ich gerne weitergebe, weil sie für mich ganz wunderbar und sehr nützlich waren und immer noch sind. Wenn jemand das nicht nachvollziehen kann, ist das für mich kein Problem.

Ich stelle mein fachliches Wissen und meine persönlichen Erfahrungen den Menschen zur Verfügung, die sich dafür interessieren.
Ich bin niemandem böse, weil er sich nicht dafür interessiert.

Ich wünsche allen Menschen und ihren Pferden die Freiheit, einen pferdegerechten Weg zu suchen, ohne sich von anderen manipulieren, dominieren oder einschüchtern zu lassen.


Sabine Bruns




Dienstag, 31. März 2015

Berufe rund um die alternative Tiergesundheit - Tipps auf dem Weg in die erfolgreiche Selbstständigkeit

Vor 10 Jahren habe ich den Begriff PHYSIO-RIDING beim deutschen Patentamt als Markenzeichen schützen lassen und bilde seitdem Physio-Riding Coaches aus.

Vor über 15 Jahren bin ich Tierphysiotherapeutin geworden und wir gründeten eine Arbeitsgemeinschaft zur Förderung unseres Berufsstandes, woraus sich dann die AFT interaktiv Gbr als Akademie für Tierphysiotherapie entwickelte.

Aus meiner langjährigen Erfahrung in der Ausbildung und Therapie sind diese Tipps für Berufsanfänger entstanden:


(Foto: www.kiki-beelitz.de)

1.
Preise
Als Arbeitnehmer hat man einen Bruttobetrag und einen Nettobetrag auf der Gehaltsabrechnung und ärgert sich, dass so wenig übrig bleibt.
Als Selbstständiger musst du den Betrag, den dein Arbeitgeber bisher für deine Sozialaufwendungen dazugelegt hat, noch zusätzlich selber finanzieren. Du hast noch weniger Netto vom Brutto übrig.
Plane von Anfang an ein, dass von jedem eingenommenen Euro 50 Cent nicht dir gehören, sondern dem Finanzamt, der Krankenkasse, der Altersversorgung und der eisernen Reserve für Verdienstausfallzeiten.
Von den anderen 50 Cent musst du alles andere finanzieren.
Beschäftige Dich mit professioneller Preiskalkulation. Es hat seinen Grund, warum jede Handwerkerstunde so teuer ist!


2.
Preiskalkulation
Glaube nicht, dass du über Preisdumping zu einem festen Kundenstamm kommst. Leute, die dein Billigangebot annehmen, werden auch zum nächsten Billiganbieter springen, wenn einer vor ihrer Nase auftaucht. Je billiger du dein Angebot verkaufst, desto weniger bist du wert.
Kurzfristige Preisaktionen als Marketingmittel sind sinnvoll. Wenn du deine Leistung dauerhaft zum Niedrigpreis anbietest, suggerierst du deinen Kunden, dass deine Arbeit nicht viel Wert ist. Willst du das?


3.
Marketing
Investiere mindestens 30% deiner Nettoerlöse in Marketing und achte dabei auf Qualität.
Nur wenn jemand weiß, dass es dich gibt, kann er zu deinem Kunden werden. Sorge für professionelle Werbung. Das Angebot ist so riesengroß, dass du untergehst, wenn du nicht alles tust, um den ersten Eindruck einer Begegnung mit einem Kunden – und das ist dein Flyer, deine Anzeige oder deine Homepage - perfekt zu machen.


4.
Qualität
Durch gutes Marketing findest du einen Kunden, durch Qualität bindest du ihn an dich. Nur wenn du fachlich gut bist, ich meine WIRKLICH gut, hast du eine Chance, auf Dauer zu bestehen. Sei ehrlich zu dir selbst? Fühlst du dich wirklich kompetent? Hast du Angst vor Konkurrenz, weil die vielleicht fachlich besser ist? Hast du Angst vor dem Umgang mit Tierärzten, weil die vielleicht deine fachlichen Lücken entdecken könnten?
Bilde dich weiter und weiter und weiter und weiter.....


5.
Arbeitszeit
In den ersten fünf Jahren deiner Selbstständigkeit gibt es weder geregelte Stundenzahlen, noch Arbeitszeiten, noch Wochenende, noch Urlaube. Privatleben ist Luxus.
Danach allerdings solltest du es geschafft haben und dir all das gönnen, wenn du nicht nach zehn Jahren Selbstständigkeit mit einem Burnout konfrontiert sein willst.

6.
Kooperation und Konkurrenz
Kooperiere mit anderen Fachleuten, zusammen sind wir Freiberufler stärker als allein. Laufe anderen aber nicht hinterher, wer nicht  kooperieren will, hat meistens Angst vor versteckter Konkurrenz und das bedeutet, dass derjenige auch nicht besonders gut in seinem Fach ist.
Kümmere dich nicht darum, was  deine Konkurrenz macht, wichtiger ist, dass die beobachten, was du machst. :-)



Dienstag, 17. Februar 2015

Gutes Reiten und altes Wissen

Viele Reiter und Reitlehrer sind der Ansicht, dass bei der Ausbildung des Pferdes das Wissen der alten Meister höchste Priorität genießt.

Sehr gerne wird dabei auch Xenophon, (430 – 345 v. . Chr.) zitiert und vereehrt.

Anscheinend haben viele Reiter, die dies tun, die entsprechenden Bücher nicht gelesen, sonst würden sie vielleicht anders denken.
Hier nur drei Textstellen aus Xenophons Lehre, die im allgemeinen nicht gerne zitiert  werden:

Aus:
Xenophon Über die Reitkunst
Verlag Müller-Rüschlikon, 2010

S. 79, 80
Wenn man das Pferd in die Haltung bringt, die es selbst annimmt, wenn es sich das schöne Ansehen geben will, so erreicht man, dass das Pferd des Reitens froh und prächtig, stolz und sehenswert erscheint.
Ich will jetzt auseinandersetzen, auf welche Weise eine solche Haltung meiner Ansicht nach zu erreichen ist. Man muss also zunächst nicht weniger als zwei Gebisse haben. Von diesen sei das eine glatt und habe ziemlich große das andere schwere niedere Walzen, aber scharfe Stacheln, damit es, wenn es diese bekommt, unwillig über die Rauheit, es loslasse.

S. 39 im Kapitel „Von der Zähmung und Abrichtung der Jungpferde“
Diese Eigenschaften werden meist schon zuhause von einem verständigen Reitknecht dem Fohlen beigebracht, indem er es einzurichten versteht, das Alleinsein und die Einsamkeit für das Fohlen gleichbedeutend mit Hunger, Durst und Gereitztwerden wird, Fressen und Trinken sowie das Entfernen von allem, was ihm wehe tut, ihm aber vom Menschen zukommt. Wenn man dies konsequent beachtet, ergibt sich notwendigerweise, dass das Fohlen nicht bloß die Menschen liebt, sondern geradezu nach ihnen verlangt.

S. 43
Man sollte ausprobieren, ob es (das Pferd), durch einen Schlag gereizt, ebenso willig gehorcht. Denn ein ungehorsamer Sklave oder ein ungehorsames Heer sind zwar recht unbrauchbar, ein ungehorsames Pferd ist aber nicht nur unnütz, sondern stiftet oft auch Unheil an wie ein Verräter.


Zu seiner Zeit war Xenophon sicher weniger Tierquäler als so mancher anderer Ausbilder. Das Ziel der Ausbildung entsprach aber dem, was wir heute als  "Erlernte Hilflosigkeit" bezeichnen.

Zu unserer Zeit  wissen wir mehr über die Psyche und die Lernmöglichkeiten eines Pferdes als je zuvor und sollten dieses Wissen nicht zugunsten alter Lehren ignorieren.

Ich bin sicher, dass sehr viele alte Reitmeister das moderne Wissen von Heute nutzen würden, hätten sie es zu Ihrer Zeit schon zur Verfügung gehabt.

Bitte besuchen Sie:


Meinen Onlinekurs für den fitten Reiter "Besser reiten mit Tai Chi, Qigong und Mentaltraining" finden Sie hier:

Donnerstag, 27. November 2014

Ausbilden mit positiver Bestärkung - Seminarbericht

Bericht von meiner diesjährigen Teilnahme an der Fortbildung Clickertraining mit Hühnern

Nachdem ich bereits im letzten Jahr an einer Fortbildung mit Hühnern bei Viviane Theby teilgenommen hatte, (siehe meinen Bericht vom Dezember 2013: http://pr-reitpraxis.blogspot.de/2013/12/erkenntnisse-uber-die-trainingstechnik.html) besuchte ich jetzt Modul 2 auf dem Hof von Nina Steigerwald in 27305 Ochtmanien.

Warum Clickertraining?

Das Konzept PHYSIO-RIDING will Pferde gesund ausbilden. Einer der wichtigsten Erkenntnisse aus der Tierphysiotherapie für die Reiterei ist der, dass gesundes Reiten nur möglich ist, wenn die Tiere verstehen, was der Reiter möchte und selbstständig im Sinne des Reiters agieren.
Jede Art von Zwang, physisch und psychisch, erzeugt Stress. Stress erzeugt Anspannung, Anspannung erzeugt Verspannung und Verspannung erzeugt Krankheit.
Das Ausbilden über die positive Verstärkung ist ein System, dass Lernen ohne Stress möglich macht.
Leider denken viele Reiter bei Clickern und Futterbelohnung immer noch an reine Spielerei, was sehr schade ist, denn diese Ausbildungsmethode – richtig angewendet – macht nicht nur Spaß sondern ist unglaublich effektiv.

Warum Hühner?

Wer das Clickertraining richtig anwenden will, muss lernen, technisch korrekt zu arbeiten.
Das hört sich im ersten Moment simpel an, man drückt ja nur auf einen Clicker und stopft dem Tier ein Leckerli ins Maul. So probieren es viele Reiter und erhalten als Endergebnis nicht selten ein aufdringliches, Futter forderndes, Monster.

Beim guten Training über positive Bestärkung braucht man:
 - einen guten Plan
- Disziplin bei der Durchführung
- die Fähigkeit einen Plan zu ändern
- Disziplin bei der Durchführung
- Körperbeherrschung für korrektes Timing

Ein Huhn agiert und reagiert sehr schnell und vollkommen unabhängig von der Stimmung und Laune seines Ausbilders. Hühner sind deswegen die perfekten Lehrmeister für fachlich fundiertes und intelligentes Tiertraining.


Eindrücke vom Seminar

Der Hof, die Tierhaltung und die Lernatmosphäre bei Nina Steigerwald sind vorbildlich. An erster Stelle steht das Wohl der großen und kleinen Tiere.
Obwohl wir nur in einer relativ kleinen Gruppe angereist waren, profitierten wir vom Fachwissen zweiter hochqualifizierter Trainer. Beide haben an dem Buch „Clickerfitte Pferde“ mitgearbeitet.

Katja Frey ist Tierärztin, Pferdeosteopathin und Hundetrainerin. Sie unterrichtet Hühnerseminare in der Tierakademie Scheuerhof und verfügt über diverse Fortbildungen

Nina Steigerwald ist Pferdephysiotherapeutin, TOP-Trainerin mit allen 5 Hühnermodulen, fortgebildet bei Bob Bailey, Parvene Farhoody, Ken Ramirez, Alexandra Kurland und TAG-Teach.

Während der gesamten Woche herrschte eine entspannte Lernatmosphäre. Beide Dozenten wurden nicht müde, immer wieder Zusammenhänge zu erklären und bei den ausgiebigen praktischen Übungen zu helfen.

Während ich meine Hühner-Azubis durch verspätete Signale eher zum Tai Chi Tempo animierte,  entwickelten sie bei Katja Frey innerhalb von Minuten echten Speed. Besser kann man nicht lernen, wie wichtig der richtige Plan und korrektes Timing ist. 

Dieses Seminar eignet sich für alle, die zukunftsweisend, modern und artgerecht Tiere ausbilden möchten. 



Ich freue mich darauf, in Zukunft auch im Rahmen der PHYSIO-RIDING Coachausbildung Grundlagen dieser Ausbildungsmethode zu vermitteln. 

Weitere Infos:


Alle Infos zum PHYSIO-RIDING und zur Coachausbildung unter www.physio-riding.de





Freitag, 7. November 2014

Die am häufigsten gestellten Fragen zum PHYSIO-RIDING


Was ist PHYSIO-RIDING
Symbiose aus Tierphysiotherapie und Reitlehre
Das Wissen des Tierphysiotherapeuten kombiniert mit dem Wissen der Reitlehren
ergibt eine moderne Art, Reiter und Pferde gesund, harmonisch und den modernen ethischen Anforderungen entsprechend auszubilden.
Die Entwicklung des PHYSIO-RIDING begann im Jahre 1998.  Es ist das weltweit erste Konzept, dass die Erkenntnisse der Tierphysiotherapie mit den Anforderungen der Reitlehre sinnvoll verknüpft. Das PHYSIO-RIDING ist unabhängig von "Glaubensfragen". Relevant sind ausschließlich physischen und psychischen Erkenntnisse. 

Was ist das besondere am PHYSIO-RIDING in der praktischen Anwendung?
Beispiel 1Die Möglichkeiten der Tierphysiotherapie beinhalten Übungen zum Muskelaufbau, die sich sehr gut eignen, um den Rücken des Pferdes für das Tragen des Reitergewichtes vorzubereiten, die alte Reitmeister noch nicht kannten.
Beispiel 2
Muskelfunktionen kennen.
Wer die Funktionen der Bauchmuskeln des Pferdes kennt, kann die Wirkung treibender Hilfen verstehen und die Reaktionen des Pferdes besser einschätzen.
Wer die Muskeln der Beckenregion kennt, versteht Versammlung.
Wer die Muskeln des Rückens versteht, kann "im Pferd" sitzen
Beispiel 3
Beim PHYSIO-RIDING lernt der Reiter eine individuell auf sein Pferd abgestimmte Massage, die er selber regelmäßig durchführen kann, um die Leistungsfähigkeit seines Pferdes bis ins hohe Alter zu erhalten.
Beispiel 4
Der Reiter lernt die Rückenbewegungen des Pferdes mit allen beteiligten Muskeln zu verstehen und kann sich deshalb besser den Bewegungen des Pferdes anpassen und leichter fühlen, ob das Pferd im Gleichgewicht ist und Schubkraft aus der Hinterhand entwickelt.
Beispiel 5
Beim Physio-Riding übernehmen wir Trainingsmethoden aus anderen Sportarten. So bekommen Reiter-und Pferd-Paare individuelle schriftliche Trainingspläne und lernen das effektive Warm-Up vor dem Training.

Braucht man alle Bücher des PHYSIO-RIDING?
Alle im folgenden genannten Titel werden aufgeführt, wenn man bei Amazon einfach nach "PHYSIO-RIDING" sucht. 

Wir empfehlen diese Reihenfolge
1.
Buch PHYSIO-RIDING mit Sabine Bruns
In diesem Buch erklären wir grundlegende Zusammenhänge zwischen Reiter und Pferd, die jeder Leser direkt mit seinem Pferd umsetzen kann 
Hierzu passend empfehlen wir auch unser Lehrvideo „Fühl doch mal“ (Verlag Pferdia)
2.
Die Bücher „Reitanalyse, Handbuch Reiten und Trainingslexikon“ sind die offiziellen Lehrbücher des PHYSIO-RIDING Coaching.
3.
Das Buch PHYSIO-RIDING – So will das Pferd geritten werden ist ein Buch, in dem beschrieben wird, wie eine moderne Reitschule arbeiten kann, wobei die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht zu Ungunsten der Gesundheit des Schulpferdes arbeitet.
4. 
Das Buch Massieren & mobilisieren ist ein Fachbuch für Tierphysiotherapeuten


Was macht ein PHYSIO-RIDING Coach?

Der PHYSIO-RIDING Coach begleitet den Reiter und das Pferd während der Ausbildung. Grundsätzlich erklärt der PHYSIO-RIDING Coach die Zusammenhänge, so dass der Reiter die Trainingsplanung verstehen und auch selbstständig sinnvoll mit seinem Pferd arbeiten kann.
Zu Beginn der Zusammenarbeit zwischen Reiter, Pferd und PHYSIO-RIDING Coach findet eine Bestandsaufnahme (Muskelzustand des Pferdes, Ausbildungsstand von Pferd und Reiter, Sattel usw.) statt und es werden erste Ausbildungsziele festgelegt. Die daraus resultierenden Traininigspläne beinhalten konkrete Zielsetzungen und klare Anleitungen für einzeln definierte Ausbildungsschritte.
Als wichtiges Hilfsmittel hat der PHYSIO-RIDING Coach immer eine Videokamera dabei.
Der Reiter lernt, mit seinem Pferd tierphysiotherapeutische Übungen zum Muskelaufbau zu machen, er lernt, die Kommunikation und die Versammlung mittels Bodenarbeit und Langzügelarbeit und er lernt das geschmeidige Sitzen und Kommunizieren auf dem Pferd, so dass auf harmonische und schöne Weise auch sehr anspruchsvolle Ausbildungsziele in überschaubarer Zeit erreicht werden
können. Die gesamte Zusammenarbeit zwischen Reiter und PHYSIO-RIDING Coach wird in einer Trainingsmappe protokolliert.


Wo finde ich einen PHYSIO-RIDING Coach?

Auf www.physio-riding.de findet man unter dem Button „Coaching“ eine nach Postleitzahlen eingeteilte Liste aller PHYSIO-RIDING Coache in Deutschland. Wir unterscheiden das „ac“ - „active coaching“ und das „bc“ - „backing coaching“
„Active coaching“ bedeutet, die Betreuung von Reiter und Pferd erfolgt ausschließlich nach den Inhalten der Bücher und Kurse des PHYSIO-RIDING.
„Backing coaching“ bedeutet, der Coach fügt das PHYSIO-RIDING Wissen nach eigenem Ermessen in seinen Unterricht für Reiter und Pferd mit ein.
Auf unserer Homepage ist unsere Berufsordnung und unser Leistungskatalog veröffentlicht.


Wie wird man PHYSIO-RIDING Coach?

Die Ausbildung umfasst 2 Stufen:
1.Die Basisausbildung: 
Der Teilnehmer absolviert 8 Theoriekurse ( Anatomie, Massage, Stresspunktmassage, Bewegungsübungen, Bodenarbeit mit AntiScheutraining, Langzügelarbeit, Sitz des Reiters und Angstbewältigung, Trainingsplanung) mit Skripten und Videoaufnahmen zu hause. Begleitend gibt es
ein praktisches Unterrichtsangebot, zu dem unsere Teilnehmer nach eigenem Ermessen anreisen. Nach Absolvierung der Lernkontrollaufgaben zu jedem Kurs gibt es die entsprechenden Teilnahmezertifikate.
2. Nach der erfolgreich abschlossenen Basisausbildung nimmt man an  3 Praxis – Blockunterrichten mit dazwischen liegenden Eigenarbeitsphasen teil. Abschluss der Ausbildung ist eine schrifltiche und praktische Prüfung unter Begleitung der BZT e.V. (Bundesverband für zertifizierte Tierphysiotherapie e.V.)
Nur Teilnehmer der gesamten Ausbildung erhalten die Lizenz sich PHYSIORIDING
Coach zu nennen. Jeder PHYSIO-RIDING Coach ist zur regelmäßigen Fortbildung verpflichtet. Die Lizenzgebühr beträgt 120 Euro im Jahr. Der Begriff „PHYSIO-RIDING“ ist patentrechtlich als eingetragenes Warenzeichen geschützt. (Deutsches Patent- und Markenamt)


Was kostet die Ausbildung?

Gesamte Ausbildung bei Sofortzahlung: 2000 Euro
Es gibt diverse Möglichkeiten, der Ratenzahlung oder auch flexiblenen Weiterbildung ohne Verpflichtungen. Alle Infos dazu, sowie unser Anmeldeformular sind zu finden auf www.physio-riding.de unter LERNEN


ACHTUNG SONDERAKTION JUNI 2015



Wer ist Sabine Bruns


Zusammenfassung der wichtigsten Infos zum Download:


Weitere interessante Links:




Dienstag, 12. August 2014

Wie viel „Brav“ darf ich von meinem Pferd verlangen?

Heute möchte ich mal meine Gedanken zu einem Thema loswerden, das mir in der Praxis immer wieder begegnet und vermutlich werde ich dabei einigen Lesern „auf die Füße treten“.
Bitte fühlt Euch freundschaftlich getreten. Danke!

Beispiel:
Ich komme zu einer Frau X mit einem Pferd Y.
Ich werde gerufen, weil Frau X von ihrem Pferd abgeworfen wurde, obwohl sie sich so große Mühe gegeben hat, alles richtig zu machen. Das Pferd kennt keinen Zwang oder Schmerz vom Menschen, sondern wurde mit viel Liebe modern und intelligent  ausgebildet.
Nun aber hat das Pferd gebockt oder ist durchgegangen. Es ließ sich nicht mehr anhalten und die Reiterin hat „den Boden geküsst“.

Der Tierarzt bescheinigt dem Pferd beste Gesundheit.
Der Sattel sitzt korrekt. Die Hufbearbeitung ist optimal. Die Haltung des Pferdes ist auch optimal.
Nun werde ich als Tierphysiotherapeutin gerufen, da Frau X sicher ist, dass irgendetwas nicht stimmen kann, denn sonst wäre der „Unfall“ ja nicht passiert. Ich palpiere das Pferd und schaue mir die Bewegung an.
Mein Urteil:
Ich gratuliere Frau X zu diesem wunderbaren Pferd.
Es ist intelligent, es zeigt große Lebensfreude. Es ist interessiert und offen. Ein rundherum tolles Pferd.

Frau X ist pikiert und enttäuscht.
Sie hat sich solche Mühe gegeben, ihr Pferd nur mit Liebe zu erziehen und zum Dank ist sie dann von ihm in den Sand gepfeffert worden. So ein gemeines, unfaires und undankbares Tier. Ab jetzt werden andere Seiten aufgezogen. Wenn es nur mit Liebe nicht geht, dann muss das Pferd eben auf die „harte Tour“ lernen. So ist das Leben nun mal. Da muss jetzt als erstes mal die Rangordnung geklärt werden. Wir Menschen müssen uns ja schließlich auch fügen.... usw. usw. usw.

Sehr traurig verlasse ich Frau X mit dem Pferd Y.

Was ist in Wirklichkeit passiert?
Das Pferd hat unter dem Reiter seine Lebensfreude gezeigt und seinen Instinkten entsprechend auf Reize aus der Umwelt reagiert. Die Reiterin konnte mit dieser Lebensfreude und Lebendigkeit nicht umgehen, hat sich ängstlich angespannt, wodurch sie dem Pferd schmerzhaft in den Rücken „geknallt“ ist. Das Pferd hat auf diesen Schmerz instinktiv reagiert.

Wenn ich ein gesundes, fröhliches Pferd reiten will, muss ich auch körperlich und mental bereit, sein, damit umgehen zu können. Ich klettere ja auch nicht an einer steilen Bergwand hinauf, wenn ich nicht körperlich trainiert genug bin.

Ich reite seit meiner Kindheit und vom Pferd zu fallen gehörte dazu, war eine Selbstverständlichkeit. Ein Pferd ist nun mal keine Maschine.
Im Alter von 45 Jahren hat mich eine Krankheit mit großer Operation vollständig aus dem körperlichen Gleichgewicht gerissen und ich kann deshalb sehr gut nachvollziehen, warum Reiter auf dem Pferd Angst haben.
Es ist dann aber der falsche Weg, das Pferd in die erlernte Hilflosigkeit zu zwingen. Der richtige Weg ist, entweder den eigenen Körper entsprechend zu trainieren und fit zu machen oder nicht mehr aufs Pferd zu steigen. (Man kann auch ohne zu reiten, sehr glücklich mit Pferden sein.)
Ich habe damals beschlossen, an mir zu arbeiten, um weiterhin reiten zu können und nicht die Pferde zu drillen, damit sie meine Unfähigkeit aushalten, ohne sich zu wehren.

Ich möchte meinen Pferden guten Gewissens und mit Freude in die Augen schauen, wenn sie einfach nur sie selbst sind.


Bitte besuchen Sie:


Meinen Onlinekurs für den fitten Reiter "Besser reiten mit Tai Chi, Qigong und Mentaltraining" finden Sie hier: