Montag, 29. Mai 2017

Was ist eine fundierte Quelle


Wenn man reiten lernen möchte, findet man eine Reihe von Angeboten.

Verschiedene Reitweisen

Verschiedene Reitlehren
Verschiedene Reitlehrer
       Verschiedene Glaubenssätze

Der Begriff "Reitlehrer" ist nicht geschützt.  Jeder, der sich berufen fühlt, andere zu unterrichten, darf sich so nennen.  Er muss nicht begründen, auf welches Wissen sein Unterricht basiert.

Viele Lehrer unterrichten aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen und Erfolge. Sie geben weiter, was sie selber tun. Das kann gut sein, muss aber nicht. Es kommt darauf an, wie plausibel und verständlich der Reitlehrer sein Wissen formuliert, damit der Schüler / die Schülerin es verstehen und umsetzen kann.

Viel Wissen wird aufgrund von Hörensagen weitergegeben. Quellen sind nicht bekannt oder werden ungenau angegeben. Es ist jedoch immens wichtig, sich die Quellen von Lehrsätzen oder Lehrmeinungen genau anzusehen, um entscheiden zu können, ob die Informationen der Verfasser auch für die eigenen Zwecke sinnvoll sind.

Alte Reitlehren wurden für Pferde und Reiter geschrieben, die entweder im Militär oder bei der Arbeit erfolgreich agieren sollten.  Wie wichtig dabei die Gesunderhaltung es Pferdes war, ist umstritten.

Fundiertes Wissen als Grundlage einer Reitlehre ist begründetes Wissen. 

Begründetes Wissen, um mit Pferd beim Militär zu überleben, findet sich bei alten Militärreitern.
Begründetes Wissen für möglichst effektives Arbeiten mit dem Pferd findet sich bei Reitern, die mit ihren Pferden gearbeitet haben.

Begründetes Wissen für gesundes Reiten 
entsteht durch Kenntnisse in der Anatomie, Physiologie und Psychologie (Verhaltensforschung), nicht aber durch Überlieferung.





Samstag, 13. Mai 2017

Verstehen und Trainieren

Wenn ich Gitarre spielen will, suche ich mir eine(n) Lehrer(in), bei dem /der ich regelmäßig Unterricht nehme.
Ich kann  leider nicht gut Gitarre spielen. Vielleicht liegt das ja am Lehrer oder an der Unterrichtsmethode? Ich suche mir einen neuen ... und einen neuen ... und einen neuen ....
Oder liegt es am System? Klassische Gitarre ist ja sowieso nicht mein Ding, Blues vielleicht ...???

Natürlich liegt es nicht am Lehrer oder an der Unterrichtsmethode oder an der Stilrichtung, sondern an meiner mangelnden Disziplin. Ich müsste üben, üben, üben - und das mache ich zu wenig. Es ist anstrengend und oft langweilig und ich muss mir jeden Tag Zeit nehmen. Die Fingerkuppen tun weh, bis sie endlich Hornhaut haben und die Trägheit meiner alten Muskeln nervt, denn gute Musik entsteht durch flinke Finger.

Was hat Gitarre spielen mit Reiten zu tun?

Es funktioniert nach dem gleichen Prinzip.  Nur wer übt und übt und übt, wird es lernen. Doch heute gelten anscheinend andere Regeln. Über Internet und die sozialen Medien treffe ich auf tausende von Reitlehrern/Reitlehrerinnen, die mir suggerieren, dass ich die Lehrkraft und das System wechseln muss, um mit Pferden glücklich zu werden.  So irren Reiter von Lehrer zu Lehrer und kommen doch keinen Schritt weiter.

Anstatt sich einzugestehen, dass es an ihrer mangelnden Disziplin oder ihrer körperlichen Trägheit oder ihrer nicht eingestandenen Angst liegt, suchen sie neue Lehrer und Lehren und manchmal sind diese Lehrer mit ihren Lehren Leute, die sich selbst nicht eingestehen möchten, ihr reiterliches Ziel nicht erreicht zu haben. So verändern sie schwupp die wupps das Ziel. Das was sie selber können, wird zum neu deklarierten Ziel und schon ist man Lehrer.

Das ist genauso bescheuert, als wenn ich drei Akkorde greifen kann und  Gitarrenunterricht geben will.  In der Musik würde es nicht funktionieren, warum funktioniert es in der Reiterei?

Beim Physio-Riding erkläre ich in meiner Eigenschaft als Tierphysiotherapeutin seit 1998, also seit fast 20 Jahren, physische und psychische Zusammenhänge, wodurch der Reiter das Reiten besser versteht, egal in welcher Reitweise er aktiv ist.  Das bedeutet jedoch nicht, dass er weniger diszipliniert an seinen Fertigkeiten arbeiten muss, um reiten zu lernen.

VERSTEHEN ist die Voraussetzung - TRAINIEREN ist der Weg.

In all den Jahren habe ich sehr viele Menschen kennengelernt, die das gleiche Ziel hatten.
Erreicht haben es die, die sich für einen Weg entschieden haben und dann diesen Weg gegangen sind, ohne wenn und aber, ohne Jammerei oder Ausflüchte, tagein und tagaus. Wer das nicht tat, wurde nicht glücklich und gab am Ende ganz auf oder ist jetzt Lehrer... für irgendwas ... rund ums Pferd.
























Montag, 27. März 2017

Antons Hirn raucht ... oder: Ein Pony grübelt

Im Rahmen des Physio-Riding beschäftigen wir uns mit den verschiedenen Ausbildungssystemen und Lernphilosophien. Dazu gehört natürlich auch ein Einblick in das Lernen mittels positiver Bestärkung, im allgemeinen auch Clickertraining, genannt.

Im folgenden Video ist eine eine Übungssequenz zu sehen, wie wir sie gerne ausführen, um die Handlungs- und Entscheidungsfindung des Pferdes zu beobachten.

ACHTUNG!
Hier wird keine Anweisung zum Trainieren gezeigt, sondern es ist experimentelles Ausprobieren nach dem Grundsatz  "Was passiert, wenn ...."

Erstes Ziel war es, dem Pony verständlich zu machen, dass es den gelben Eimer anticken soll.
Hierfür haben wir den Eimer bereitgestellt und sobald das Pony ihn angetickt hat, gab es den Klick und das Leckerli.

Dann wollten wir ausprobieren, wie das Pony reagiert, wenn mehrere Eimer zur Auswahl da stehen.

Dies könnt ihr im folgenden Video beobachten:

a) Zunächst probiert das Pony irgendeinen Eimer. Es bekommt keine positive Bestärkung, sondern wird weggeführt.

b) Beim erneuten Hinführen sieht man deutlich, wie das Pony überlegt. Es probiert nicht nur (denn es will nicht wieder weggeführt werden, was streng genommen, schon eine Bestrafung / negative Bestärkung nicht erwünschten Verhaltens ist) sondern das Leckerli verdienen.

c) Es probiert vorsichtig Möglichkeiten aus und beobachtet dabei die Reaktion des Menschen

d) Nachdem das Pony verstanden hat, dass es weiterhin nur um den gelben Eimer geht, handelt es sicher und routiniert.

Wenn man beobachtet, wie ein Pferd oder Pony mit solchen intelligenten Übungen umgeht und die Erkenntnisse aus diesen Beobachtungen für das Reiten nutzen will, ist klar, dass jede Art von Gewalt und Strafandrohung die wirklich schöne Kommunikation mit dem Tier nur behindern kann.

Und nun viel Spaß mit dem Filmchen, dem wir den Namen "Antons Hirn raucht" gegeben haben:


Vielen Dank an die Darsteller: Kim Stubbe, Linda Huttenlocher (zukünftige Physio-Riding Coaches), sowie Dozent Anton Bruns





Freitag, 17. Februar 2017

Reiter und Wissen

Bereits während meiner Ausbildung zur Tierphysiotherapeutin in 1998  befasste ich mich mit dem Thema "Diagnostik unter dem Reiter", schrieb hierzu eine Facharbeit und veranstaltete Workshops mit Therapeuten und Reitern, um die Zusammenhänge zwischen Pferdegesundheit und reiterlicher Einwirkung zu erforschen.

Bild links:
Bericht von unserem ersten Workshop mit Reitern und angehenden Tierphysiotherapeuten

Bis dahin behandelten Tierärzte Krankheiten mittels Medikamenten und Reitlehrer unterrichteten aufgrund Erfahrungen alter Reitmeister.  Beide Berufssparten hatten keine Verbindung untereinander.
Ich bin stolz darauf, behaupten zu dürfen, Pionierarbeit geleistet zu haben.

Das Physio-Riding als Symbiose aus Reitlehre und Tierphysiotherapie fand Beachtung in Tageszeitungen und diversen Fachzeitschriften. (Pegasus, Freizeit im Sattel, Cavallo, Mein Pferd u.v.m.) Seit 2005 ist es eine eingetragene Marke beim DPMA.
Wir haben inzwischen mit dem Verlag Pferdia ein wunderschönes Lehrvideo erstellt und beim Verlag Müller Rüschlikon ist ein Buch herausgekommen,

Nebenbei gibt es diverse Veröffentlichungen und Lehrbücher zu unserer inzwischen etablierten Physio-Riding Coachausbildung und wir haben das Konzept auf vielen Messen in ganz Deutschland vorgestellt.

Ich schreibe diese Zeilen heute, um mich selbst zu loben - tut ja sonst so selten jemand ... nein natürlich nicht, ich bekam und bekomme sehr viel sehr postives Feedback.

Bei aller positiver Entwicklung gibt es jedoch Fakten, die die Arbeit mit Pferden und Reitern sehr anstrengend gestalten und motivierte Trainer und Therapeuten oft zur Verzweiflung oder sogar zur Aufgabe bewegen.

Mich persönlich betrifft das nicht mehr. Ich bin inzwischen - nach weit über dreißig Jahren beruflicher Selbstständigkeit -  dickfällig und lange genug aktiv, um mich negativ beeinflussen zu lassen, bei vielen jungen Kollegen ist das jedoch anders.

Viele Reiter behaupten zwar, die Gesundheit ihrer Pferde an erste Stelle zu stellen, tun dies aber nur, solange es ihrer Wunschvorstellung von der Gestaltung ihres Zusammenlebens mit dem Tier nicht widerspricht. 

Hierdurch werden junge innovativ arbeitende Kollegen oft in eine Verteidigungsposition gezwungen, die sie nicht verdient haben und die auf Dauer sehr entmutigend wirkt.
Leider machen sich in dieser Stresssituation viele Kollegen, die eigentlich das Gleiche erreichen möchten, gegenseitig Konkurrenz anstatt zu kooperieren, und leider gehen viele Kollegen fachlich nicht vertretbare Kompromisse ein, weil sie sich bei ihren Kunden, den Reitern, nicht unbeliebt machen wollen.

Ich bin sicher, dass die großen Reitmeister  der Vergangenheit andere Lehrbücher geschrieben hätten, wenn sie unser Wissen über die Motorik und Psychologie des Pferdes gehabt hätten und sie würden sich vor Ärger im Grab herumdrehen, wenn sie wüssten, dass ihre Werke heute als klassisch und nicht mehr veränderbar gelten, obwohl wir doch heute vieles besser wissen.

Als die Reitmeister früherer Jahrhunderte ihre Bücher geschrieben haben, waren es neue Erkenntnisse, die verarbeitet wurden und sicher gab es zu allen Zeiten Traditionalisten, die Neues nicht akzeptieren wollten.

Heute sollten wir schlauer sein. 

Wären die alten Lehren perfekt und für jeden Reiter 
auch erlernbar und umsetzbar, 
gäbe es nicht so viele Pferde, 
die durch das Reiten krank werden. 





Sabine Bruns




Sonntag, 18. Dezember 2016

Wissenswertes zum Arbeiten im Kreis

Ich weiß, dass ich mich mit diesem Beitrag bei vielen Reitern sehr unbeliebt mache. Ich schreibe ihn trotzdem, denn das Thema brennt mir auf der Seele.

In der englischen Reitweise und auch in den Arbeitsreitweisen wurden junge Pferde immer schon zu Beginn ihrer Ausbildung im Kreis gearbeitet.  Die einen benutzten das Roundpen, die anderen die Longe und den Longierzirkel.

Waren die Pferde eingeritten, wurden sie im Gelände (bei der Arbeit, beim Militär) und auf dem Reitplatz weiter ausgebildet.

Kein Westernreiter kam früher auf die Idee, sein ausgebildetes Arbeitspferd drei bis fünf mal in der Woche im Roundpen im Kreis zu scheuchen. 
Warum auch?
Kein Englischreiter kam früher auf die Idee, sein ausgebildetes Reitpferd zu longieren. 
Warum auch? 

Heute ist das anders.
Das Wetter ist schlecht ... der Reiter hat zu wenig Zeit ... das Pferd kommt so
wild aus der Box und muss sich abreagieren ... der Reiter hat keine Lust zum reiten ... die Reithalle ist gerade so voll .... das Pferd soll "gymnastiziert" werden ... oder ... oder ... oder ...
Welche Gründe es auch immer sind, die Pferde werden bis zu ihrem Lebensende viel zu viel und viel zu oft im Kreis gearbeitet.

Warum zuviel?

Bei der Arbeit im Kreis, egal wie sie gestaltet wird, werden die Gelenke nicht gleichmäßig belastet, was zu Schmerzen und Krankheiten führen kann.
Wird das Pferd zusätzlich tief ausgebunden (zwecks vermeintlich hierdurch geförderter Rückentätigkeit), lastet zu viel Körpergewicht auf der Vorhand, wodurch die Gelenke der Vordergliedmaßen extrem belastet werden.  (Satiremodus an  * Hufrollenentzündung lässt grüßen * Satiremodus aus)
Das Ausbalancieren auf der Kreislinie fällt den Pferden schwer, deswegen neigen sie dazu, Muskeln anzuspannen, die während der Bewegung eigentlich losgelassen zwischen Spannung, Dehnung und Entspannung wechseln sollten. Je kleiner der Kreis, desto schlimmer, je schneller das Pferd, desto schlimmer. (Nein, Geschwindigkeit fördert nicht die Tragfähigkeit der Hinterhand.)

Warum gibt es in einem Fitnessstudio kein "Laufrondell"? 
Weil es kein Sportler benutzen würde. 
Im Kreis joggen schmerzt nach kürzester Zeit massiv in den Gelenken. 

Merken:

Die Arbeit mit dem Pferd auf der gebogenen Linie sollte nur in kurzen Phasen mit sehr häufigen Handwechseln und in Kombination mit Geradeaus-Lektionen stattfinden, damit das Pferd gesund bleibt. 

Bei gesunder Bodenarbeit ist die Biegung eine Lektion, die im Wechsel mit allen anderen Lektionen ausgeführt wird, aber niemals als Selbstzweck über einen längeren Zeitraum.





Dieser Beitrag darf gerne überall geteilt und verbreitet werden. 





Donnerstag, 3. November 2016

Franklinbälle für besseres Reiten

Physio-Riding Coach Konstanze Prüver hat die  Franklinbälle und Fazienrollen getestet. 
Hier ihr persönlicher  Eindruck:


Heute möchte ich Euch kurz berichten. Im Unterricht mit Claudia Christ durfte ich die Franklinbälle und Faszienrollen beim Reiten ausprobieren. Ich war davon sofort sehr angetan, so sehr, dass ich mir kurzerhand das Set von Eckart Meyners mit verschiedenen Bällen und Rollen gekauft habe. Die Bälle werden ein- oder beidseitig unter den Sitzbeinen, Oberschenkeln oder Oberarmen platziert. Die Wirkung ist verblüffend.
Die Bälle bzw. die Faszienrollen tragen dazu bei, dass sich die Muskulatur und die Faszien lösen. Darüber hinaus werden Bewegungen anders bzw. stärker auf den Reiter übertragen. Dieser ist gezwungen, sich ständig sich an die verändernde Situation anzupassen. Durch die vielen Variationsmöglichkeiten mit den Bällen können immer wieder neue Impulse gesetzt werden. Koordination, Balance, Reaktions- und Rhythmusfähigkeit werden geschult.
(Foto: Konstanze Prüver)

Die Bälle und Rollen können in allen Gangarten eingesetzt werden.
Mein Training sah heute z.B. so aus:
Da ich immer mal wieder mit Verspannungen in der Lenden- und Gesäßmuskulatur zu tun habe und dann merke, dass ich beim Reiten nicht gut mitschwingen kann und zu fest im Becken bin, favorisiere ich den einseitigen Einsatz der Franklinbälle unter den Sitzbeinen und danach die wassergefüllte Faszienrolle.
Auf den grünen Bällen bin ich im Schritt geritten. Ca 10 Min mit Wechsel der Gesäßhälften und mehreren Handwechseln. Danach ein paar Runden ohne Bälle. Ich habe sofort gespürt, dass ich mit beiden Gesäßhälften flächiger im Sattel sitze. Dann nochmal die wassergefüllte Faszienrolle. Mit dieser bin ich auch im Trab und Galopp geritten. Im Trab kann mit der Rolle nur ausgesessen werden. Ich fand es sehr anstrengend , weil man sich gut ausbalancieren muss und über die Bauch- und Rumpfmuskeln stabilisieren. Festklemmen geht nicht ;-), da man durch die Rolle etwas höher als normal sitzt und so die Lage der Beine verändert ist.
Galopp ist bei Jamiro und mir immer etwas „Baustelle“. Jamiro fällt es nicht so leicht sich auf die Hinterhand zu setzen und schön bergauf zu springen, weshalb er sich entweder im vorwärts verhält oder sehr flach im Galopp wird. Heute war es mit der Rolle, aber auch danach deutlich zu spüren, wie er den Galopp schön durchspringt und flüssig und rund auf dem Zirkel galoppiert. Nach dem Entfernen der Rolle fühlen sich die Gesäßmuskeln wie massiert an, weich und gut durchblutet. Man hat das Gefühl, den Sattel richtig auszufüllen. Ich konnte im Galopp ruhiger sitzen und besser mitschwingen.
Das tolle ist, dass man den veränderten Sitz sofort dem Pferd anmerkt. Jamiro kommt weicher in Anlehnung, kaut zufrieden, geht flüssiger vorwärts und nimmt schön den Rücken mit. Da wir beide auch immer mal wieder Zeiten hatten, in denen es nicht so gut lief und er gesundheitlich angeschlagen war und wir dadurch nicht richtig trainieren konnten, freue ich mich umso mehr über tage wie heute, wo alles rund lief.
Auch meine Reitschüler dürfen an den neuen Bewegungserfahrungen mit den Bällen und Rollen teilhaben. Ich kann es nur empfehlen.
Demnächst versuche ich auch mal mehr Fotos ......

Konstanze Prüver ist Dipl.-Psychologin, Physiotherapeutin und Reittherapeutin  

Kontakt:

Montag, 4. Juli 2016

Hilfe zur Selbsthilfe – 5 Schritte zu eigenverantwortlichem Reiten


Eine der Grundsätze des Physio-Riding Coaching ist: 

Erklärungen statt Anweisungen    

Der Physio-Riding Coach hat während der Zusammenarbeit mit einem Reiter das Ziel, sich selbst überflüssig zu machen. (Ironie-Modus an * Rein theoretisch betrachtet sollte jeder Reitlehrer dieses Ziel haben, einige viele vergessen das nur gerne. * Ironie-Modus aus) 

In der Realität sieht das so aus:


1.
Ein Ziel setzen
Der Reiter definiert ein Oberziel und wann er das erreichen möchte. Beispiele:
- A-Dressur auf dem Turnier in der nächsten Saison
- Harmonisch ausreiten in 3 Monaten
- Wanderritt 3 Tage im nächsten Frühjahr
- Perfekt sitzen in 2 Monaten
- Piaffe und Passage in 2 Jahren

2.
Die Analyse : Den momentanen Ausbildungsstand überprüfen
Im Gespräch und mit Hilfe von Videoaufnahmen wird der momentane Ausbildungsstand von Reiter und Pferd analysiert. Die fehlenden Puzzleteile zum Erreichen des Oberzieles werden als kleine Einzelziele festgelegt.

3.
Erklärungen der Probleme / Mängel / Fehler
Der Physio-Riding Coach  erklärt die Zusammenhänge:  Warum bestehen die Mängel und welche Maßnahmen beheben sie.  
Gründe für Mängel werden beispielsweise gesucht in den Bereichen
-Pferdegesundheit  im Rahmen der Tierphysiotherapie (Muskulatur des Pferdes, Verspannungen,  mangelnde Fitness, zu wenig Kraft)
-Reiterfitness (Sitzfehler aufgrund von Konditionsschwäche oder mangelnde Gelenkigkeit
- Mentale Fitness des Reiters und Pferdes (Das Denken auf dem Pferd für die perfekte Kommunikation mit dem Pferd, Angstverhalten erkennen und mental bewältigen, Haltung des Pferdes in Bezug auf psychologische Gesundheit, Ausbildungsmethoden in Bezug auf Angstverhalten analysieren)

4.
Trainingsplanung –  Ausbildungsstufen formulieren
Aufgrund der vorangegangenen Analysen und Erklärungen werden Trainingspläne aufgestellt, nach denen Reiter und Pferd arbeiten.
Die einzelnen Trainingsschritte werden so klein und so genau wie möglich festgelegt, damit der Reiter sich auf das Erreichen einzelner Stufen als Bausteine für die großen Ziele konzentrieren kann.

5. 
Umsetzung und Überprüfung = 2.  Ziele setzen / 3. Analyse
Hier schließt sich der Kreis.
Durch die  Kontrolle und das Setzen neuer aktueller Ziele kommt der Reiter auf seinem Weg kontinuierlich voran.



Der Ausbildungsweg des Physio-Riding führt sehr schnell zu Erfolgserlebnissen, denn er ist ein intelligenter Weg.  

Trotzdem ist er nicht für jeden Reiter geeignet.  

Nur wer folgenden Anforderungen gerecht wird,
ist fähig, mit dem Physio-Riding Konzept erfolgreich zu lernen:

1.       Bereitschaft, die eigenen Fehler zu akzeptieren
2.       Bereitschaft für ein Höchstmaß an Disziplin – täglich
3.       Bereitschaft zur Konzentration.



 Für weitere  Informationen zum Physio-Riding, Kontakte zu Physio-Riding Coaches und die Ausbildung / Fortbildung zum Physio-Riding Coach besuchen Sie bitte unsere Homepage:



 ACHTUNG! DER BEGRIFF PHYSIO-RIDING IST EIN GESCHÜTZTES MARKENZEICHEN.  

Sabine Bruns * Fehrenbruch 7 * 27446 Anderlingen * Tel: 04762 184 587